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Aktuelles

02.06.2026 | Pressemitteilung

Tag der Sexarbeiter*innen: Schutz, Rechte und Selbstbestimmung stärken

Anlässlich des Internationalen Tags der Sexarbeiterinnen am 2. Juni erinnert die SPDqueer daran, dass Sexarbeiterinnen Teil unserer Gesellschaft sind und ein Recht auf Schutz, Würde, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe haben. 

Viele Menschen in der Sexarbeit arbeiten unter schwierigen Bedingungen und sind nach wie vor von Stigmatisierung, Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen. Besonders queere Sexarbeiter*innen erleben häufig Mehrfachdiskriminierungen und stehen vor zusätzlichen Hürden beim Zugang zu Schutz- und Unterstützungsangeboten. 

„Wer über Sexarbeit spricht, muss vor allem über die Menschen sprechen, die in diesem Bereich tätig sind. Sie haben ein Recht auf Sicherheit, gesundheitliche Versorgung, soziale Absicherung und gesellschaftlichen Respekt. Eine progressive Politik darf nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden, sondern muss ihre Erfahrungen und Perspektiven ernst nehmen“, erklärt Oliver Strotzer, Co-Bundesvorsitzender der SPDqueer. 

Für die SPDqueer steht fest: Rechte dürfen nicht an den Lebensrealitäten der Betroffenen vorbeigehen. Statt moralischer Bewertungen braucht es eine Politik, die Schutzrechte stärkt, Ausbeutung bekämpft und Selbstbestimmung ermöglicht. 

Die SPDqueer setzt sich deshalb ein für: 

  • die konsequente Entstigmatisierung von Sexarbeit und den Abbau gesellschaftlicher Vorurteile,
  • bessere arbeitsrechtliche, soziale und gesundheitliche Absicherung von Sexarbeiter*innen,
  • wirksamen Schutz vor Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel, 
  • den Ausbau niedrigschwelliger Beratungs- und Unterstützungsangebote, insbesondere für queere Sexarbeiter*innen,
  • sowie eine Politik, die die Stimmen von Sexarbeiter*innen ernst nimmt und sie aktiv in politische Entscheidungen einbezieht. 

Kritisch bewertet die SPDqueer weiterhin Forderungen nach einer Einführung des sogenannten „Nordischen Modells“, das die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen kriminalisiert. 

„Das Nordische Modell mag gut gemeint sein, führt aber in der Praxis nicht zu mehr Schutz. Es drängt Sexarbeit in unsichere Bereiche, erschwert den Zugang zu Beratung, Gesundheitsversorgung und Unterstützung und erhöht damit die Risiken für die Betroffenen. Gerade marginalisierte Gruppen, darunter viele queere Sexarbeiter*innen, würden die Folgen besonders stark spüren“, betont Carola Ebhardt, Co-Bundesvorsitzende der SPDqueer. 

Die SPDqueer bekräftigt deshalb ihre Haltung, dass eine moderne und progressive Politik die Rechte, die Selbstbestimmung und die Sicherheit von Sexarbeiter*innen in den Mittelpunkt stellen muss. Symbolpolitische Maßnahmen, die die Lebensrealitäten der Betroffenen ignorieren, lehnt die Arbeitsgemeinschaft ab. 

Der Internationale Tag der Sexarbeiter*innen sei daher nicht nur ein Tag der Sichtbarkeit, sondern auch ein politischer Auftrag: für mehr Respekt, mehr Schutz und mehr Rechte für alle Menschen, die in der Sexarbeit tätig sind. Nur so können gesellschaftliche Teilhabe, Sicherheit und Selbstbestimmung gleichermaßen gestärkt werden.